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+ + 2001: des Rätsels Lösung + + +

Lösung der 4.
vom 26.2.2001
Vorbemerkung:
Eine Münze wird geworfen.und es wird keine Anzahl von Würfen vorgegeben
Es wird nicht mehr geworfen wenn eine der beiden folgenden Situationen
eintritt:
KOPF - KOPF - KOPF oder ZAHL - KOPF - ZAHL fällt
nacheinander
um sich das Problem zu verdeutlichen kann man mit einen Ereignisbaum
beginnen:
K : KOPF geworfen Z : ZAHL geworfen
K : Ende der K - K -
K - Kette ==> Adan gewinnt (es wird nicht weitergewürfelt)
Z : Ende der Z - K -
Z - Kette ==> Eva gewinnt (es wird nicht
weitergewürfelt)
1.
Wurf |
2.
Wurf |
3.
Wurf |
4.
Wurf |
5.
Wurf |
6.
Wurf |
. . .
|
| K |
K |
K |
| Z |
K |
K |
K |
| Z |
. . . |
| Z |
| Z |
K |
K |
. . . |
| Z |
| Z |
K |
. . . |
| Z |
. . . |
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K |
K |
K |
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K |
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| Z |
. . . |
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| Z |
K |
K |
K |
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. . . |
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K |
K |
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K |
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. . . |
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K |
K |
. . . |
| Z |
| Z |
K |
. . . |
| Z |
. . . |
Lex Bedijs baut seine Lösung auf so einen Ereignisbaum auf:
Nach dem 3. Wurf kann erstmalig geprüft werden, ob Adam oder Eva gewonnen haben.
Es gibt 8 verschiedene Möglichkeiten, von denen je eine für Adam bzw. Eva günstig sind.
Nach dem 3. Wurf besteht für beide also Wahrscheinlichkeit von 1/8. Die anderen 6 Würfe
sind für beide nicht günstig. Streicht man nun den ersten Wurf und ersetzt ihn durch
einen vierten, sieht das Bild etwas anders aus. Es gibt 12 Möglichkeiten, von den einer
für Adam günstig ist, aber zwei für Eva. Adam erhöht seine Gesamtwahrscheinlichkeit also
um 1/16 auf 3/16, Eva um 2/16 auf 4/16.
Dieses Verfahren kann man nun Wurf für Wurf durchführen. Ohne Computer ist dies ein lästiges
und fehlerträchtiges Verfahren. Deshalb habe ich also den Rechenknecht eingesetzt. Es ist
eine deutliche Konvergenz zu erkennen, die gegen 5/12 (Adam) und 7/12 zu laufen scheint.
Hier eine Tabelle für die Anzahl der günstigen Würfe
Wurf Adam Eva
3 1 1
4 1 2
5 2 3
6 3 4
7 4 6
8 6 9
9 9 13
10 13 19
11 19 28
12 28 41
13 41 60
14 60 88
15 88 129
16 129 189
17 189 277
18 277 406
19 406 595
20 595 872
21 872 1278
22 1278 1873
23 1873 2745
24 2745 4023
25 4023 5896
26 5896 8641
27 8641 12664
28 12664 18560
29 18560 27201
30 27201 39865
....
Nach jedem Wurf wird die Wertigkeit für die neuen günstigen Fälle halbiert.
Für Adam und Eva ergeben sich ihre Gewinnwahrscheinlichkeit also zu
W_eva = 1/8 + 2/16 + 3/32 + 4/64 + 6/128 + 9/256 ...
W_adam = 1/8 + 1/16 + 2/32 + 3/64 + 4/128 + 6/256 ...
Aus der obigen Liste sieht man sofort, dass ab dem 4. Wurf die Anzahl der neuen günstigen Fälle Adams immer denjenigen Evas aus dem vorigen Wurf entsprechen.
Daraus kann man die Gewinnwahrscheinlichkeiten bestimmen.
Es gilt dann nämlich
W_adam = 1/8 + W_eva/2
W_adam + W_eva = 1
Daraus folgt direkt
W_adam = 5/12
W_eva = 7/12
Als Zusatzaufgabe habe ich (Lex Bedijs)
mich gefragt, wie hoch die jeweiligen Gewinnwahrscheinlichkeiten sind, wenn Adam und Eva andere Kopf/Zahl-Kombinationen als jeweils günstigen Fall haben.
Adam:Eva | Eva |
| KKK KKZ KZK KZZ ZKK ZKZ ZZK ZZZ |
---------+----------------------------------------+
Adam KKK | --- 1:1 2:3 2:3 1:7 5:7 3:7 1:1 |
KKZ | 1:1 --- 2:1 2:1 1:3 5:3 1:1 7:3 |
KZK | 3:2 1:2 --- 1:1 1:1 1:1 3:5 7:5 |
KZZ | 3:2 1:2 1:1 --- 1:1 1:1 3:1 7:1 |
ZKK | 7:1 3:1 1:1 1:1 --- 1:1 1:2 3:2 |
ZKZ | 7:5 3:5 1:1 1:1 1:1 --- 1:2 3:2 |
ZZK | 7:3 1:1 5:3 1:3 2:1 2:1 --- 1:1 |
ZZZ | 1:1 3:7 5:7 1:7 2:3 2:3 1:1 --- |
Für Eva wäre es deutlich günstiger gewesen, nicht die Folge Zahl, Kopf, Zahl sondern Zahl,
Kopf, Kopf zu haben. Ihre Gewinnchance wäre dann 5x höher.
Christopher Bluethgen analysiert alle möglichen Verbindungen
zwischen den Ereignissen
Es gibt für die ersten 3 Würfe insgesamt 8 mögliche (gleich wahrscheinliche) Ergebnisse:
A: KKK
B: KKZ
C: KZK
D: KZZ
E: ZKK
F: ZKZ
G: ZZK
H: ZZZ
Sei P die Wahrscheinlichkeit, dass Adam gewinnt. Dann gilt
P(A) = 1
P(B) = ½P(C) + ½P(D)
P(C) = ½P(E) + ½P(F)
P(D) = ½P(G) + ½P(H)
P(E) = ½P(A) + ½P(B)
P(F) = 0
P(G) = ½P(E) + ½P(F)
P(H) = ½P(G) + ½P(H) <-> P(H) = P(G)
und
P = [P(A) + P(B) + P(C) + P(D) + P(E) + P(F) + P(G) + P(H)] /8
Aus den obigen Gleichungen ergibt sich folgende Matrix:
1 0 0 0
0 0 0 0
1
0 1 -1/2 -1/2 0
0 0 0 0
0 0 1 0 -1/2 -1/2
0 0 0
0 0 0 1
0 0 -1/2 -1/2 0
-1/2 -1/2 0 0 1
0 0 0 0
0 0 0 0
0 1 0 0
0
0 0 0 0 -1/2 -1/2
1 0 0
0 0 0 0
0 0 -1 1 0
Diese bringen wir mit Gauß-Alg. auf "Obere Dreiecksform".
1 0 0 0
0 0 0 0
1
0 1 -1/2 -1/2 0 0
0 0 0
0 0 1 0 -1/2 -1/2
0 0 0
0 0 0 1
0 0 -1/2 -1/2 0
0 0 0 0
1 -1/7 -1/7 -1/7 4/7
0 0 0 0
0 1 0 0
0
0 0 0 0
0 0 1 -1/13 4/13
0 0 0 0
0 0 0 1 1/3
Es ergibt sich sukzessive:
P(H) = 1/3
P(G) = 1/3
P(F) = 0
P(E) = 2/3
P(D) = 1/3
P(C) = 1/3
P(B) = 1/3
P(A) = 1
P = 5/12
Adam gewinnt mit der Wahrscheinlichkeit von 5/12.
Eva gewinnt folglich mit der Wahrscheinlichkeit von 7/12.
(Lässt sich überprüfen, indem man P(A) = 0 und P(F) = 1 setzt und die neue Matrix auflöst)
Die Gewinnchancen liegen also 7 zu 5 pro Eva.
Roland Koppenberger gab eine sehr anschauliche Methode diese Aufgabe
zu lösen vor:
| Die Frage nach dem Sieg von Adam ist äquivalent
mit der Frage nach der Wahrscheinlichkeit, dass ein Teilchen, das (in
der Graphik) bei "Adam" startet, am Platz "1"
landet, wobei der Platz "0" für ein Loch steht, wo es nicht
mehr raus kann und die Wege bei Wegkreuzungen mit Wahrscheinlichkeiten
gewichtet sind.
Die Berechnung erfolgt einfach über ein umfangreiches
Gleichungssystem etwa folgender Gestalt, wobei p(X) für die
Wahrscheinlichkeit steht, vom Ort "X" zum Ort "1" zu
gelangen. |
 |
p(Adam) = ½ p(K) + ½ p(Z)
p(K) = ½ p(Z) + ½ p(KK)
p(Z) = ½ p(Z) + ½ p(ZK)
p(KK) = ½ p(Z) + ½ p(KKK)
p(ZK) = ½ p(KK) + ½ p(ZKZ)
p(KKK) = 1
p(ZKZ) = 0
Als Lösung ergibt sich für p(Adam) = 5/12
(und für p(Eva) = 7/12.)
Also gewinnt Adam in 5 und Eva in 7 von 12 Spielen.
|
Anmerkung 1
Der Brite und Algorithmen-Meister John Horton Conway (Universität Cambridge) hat ein effizientes Verfahren entwickelt, wie sich derartige Gewinnchancen recht einfach berechnen lassen. Der Schlüssel dazu liegt in der Berechnung jener vier Dualzahlen, die Conway als "leading numbers" getauft hat.
Es sei A = KKK und E = ZKZ (wie oben). Wir wollen die Wahrscheinlichkeiten berechnen, dass A das Tupel E schlägt. Dazu bildet man vier Blöcke, indem man A über A, E über E, A über E und schließlich E über A schreibt (siehe Abbildung). Oberhalb des ersten Tupels jedes Blocks wird nun eine Dualzahl konstruiert.
Betrachten wir bspw. den Block EE. Nun sieht man sich den ersten Buchstaben des oberen Tupels an und fragt sich, ob die insgesamt drei Buchstaben - beginnend mit dem ersten - exakt den drei Buchstaben des unteren Tupels in eben dieser Reihenfolge entsprechen oder nicht. Offensichtlich ist das der Fall. Deshalb schreiben wir eine 1 über den ersten Buchstaben. Dann nehmen wir den zweiten Buchstaben des oberen Tupels und fragen uns, ob die zwei Buchstaben (beginnend mit dem zweiten) des oberen Tupels mit den ersten zwei Buchstaben am Anfang des zweiten Tupels übereinstimmen. Das ist offensichtlich nicht der Fall, also schreiben wir eine 0 über den zweiten Buchstaben. Stimmt der letzte Buchstabe des oberen mit dem ersten Buchstaben des unteren Tupels überein? Ja, also eine 1 anschreiben.
111 = 7 000 = 0 101 = 5 000 = 0
A = KKK A = KKK E = ZKZ E = ZKZ
A = KKK E = ZKZ E = ZKZ A = KKK
Nun werden die vier Dualzahlen ins Dezimalsystem übersetzt und folgende Berechnung angestellt:
p(E) : p(A) = (AA - AE) : (EE - EA) = (7 - 0) : (5 - 0) = 7 : 5
also p(E) = 7/12 und p(A) = 5/12
Dabei ist es unerheblich, ob die beiden Tupel dieselbe Länge besitzen.
Anmerkung 2
Der spannende Hintergrund dazu bieten nichttransitive Relationen. Wenn bei dem Spiel Adam eine beliebige Kombination aus drei möglichen Zuständen beim Münzwurf (etwa "KKZ") wählt, so gelingt es Eva anschließend immer, eine gewinnträchtigere Variante zu wählen.
Auswertung:
| eingegangene Lösungen |
richtige Lösungen |
falsche Lösungen |
| 46 |
31 |
15 |
| Bemerkungen | Die
Wahrscheinlichkeitsrechnung hat viele Irrwege und manchmal begann das
Problem beim Interpretieren des Textes. |

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zur 4. zurück ] [
zur Hall of FAME ]
? ? ? ?

 |